Milch oder Fitobact® (Bacillus subtilis): Was wirkt tatsächlich besser gegen Mehltau?
Wenn
es um den umweltfreundlichen Schutz von Pflanzen vor Mehltau geht, werden
häufig zwei beliebte Methoden miteinander verglichen: die Behandlung mit Milch
und der Einsatz von Präparaten auf Basis von Bacillus subtilis (z.
B.Fitobact®). Beide Methoden gelten als umweltverträglich, wirken jedoch auf
völlig unterschiedliche Weise. Die eine bietet einen kurzfristigen
Schutzeffekt, während die andere eine biologische Schutzbarriere bildet.
Wie wirkt Fitobact® (Bacillus subtilis)?
Bacillus subtilis ist ein nützliches, im Boden vorkommendes Bakterium,
das als natürlicher Gegenspieler die Entwicklung vieler Pilzkrankheiten hemmen
kann.
Nach dem Aufsprühen besiedeln die Bakterien die Oberfläche der Blätter und
beginnen, mit Krankheitserregern um Lebensraum und Nährstoffe zu konkurrieren.
Darüber hinaus produzieren sie natürliche Lipopeptide und Enzyme, die das
Pilzmyzel schädigen und die Keimung von Sporen hemmen können.
Vorteile:
• schützt die Pflanze 7–20 Tage;
• bildet widerstandsfähige Endosporen, die zur langfristigen Besiedlung der
Pflanzenoberfläche beitragen;
• eignet sich zur Vorbeugung und zur Anwendung in frühen Stadien der
Erkrankung.
Wie wirkt Milch?
Milch ist eines der bekanntesten Hausmittel zur Bekämpfung von Mehltau.
Üblicherweise wird sie mit Wasser im Verhältnis 1:2 oder 1:3 verdünnt.
Es wird angenommen, dass unter dem Einfluss von Sonnenlicht bestimmte
Bestandteile der Milch Bedingungen schaffen, die für Pilzsporen ungünstig sind.
Außerdem können Proteine und Fette einen vorübergehenden Schutzfilm auf der
Blattoberfläche bilden. Die Wirkung dieses Mittels ist jedoch relativ kurz und
hält in der Regel nur 3–5 Tage an.
Vorteile von Milch:
• praktisch überall verfügbar;
• für den Menschen unbedenklich;
• kann bei geringem Befall eine vorbeugende Wirkung haben.
Ein wichtiger Nachteil von Milch
Trotz ihrer Beliebtheit hat Milch einen wesentlichen Nachteil: Sie enthält
Proteine, Zucker (Laktose), Aminosäuren und andere organische Stoffe, die als
Nährstoffquelle für verschiedene Mikroorganismen dienen können, darunter auch
potenziell pflanzenpathogene Pilze und Bakterien.
Obwohl Milch die Entwicklung von Mehltau vorübergehend hemmen kann, können ihre
Rückstände unter bestimmten Bedingungen das Wachstum von Pflanzenpathogenen
begünstigen – insbesondere bei hoher Luftfeuchtigkeit, starken
Temperaturschwankungen und zu häufigen Anwendungen.
Außerdem kann Milch auf den Blättern verderben bzw. sauer werden, was nicht
immer günstig für die Pflanze ist.
Wenn eine wirklich zuverlässige und länger anhaltende Behandlung gegen Mehltau
gewünscht ist, sind Biopräparate auf Basis von Bacillus subtilis in der
Regel deutlich gezielter als Milch. Sie bilden nicht nur einen vorübergehenden
Schutzfilm, sondern können durch lebende Mikroorganismen die Krankheitserreger
hemmen und zu einem stabilen mikrobiellen Gleichgewicht auf der
Pflanzenoberfläche beitragen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die in
Milch enthaltenen organischen Stoffe auch als Nährstoffquelle für andere
Mikroorganismen dienen können. Deshalb sollte man solche Behandlungen nicht
übermäßig häufig durchführen.
Warum ist Fitobact® (Bacillus subtilis) effektiver?
Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Fitobact® lebende
Bacillus-subtilis-Bakterien enthält, die auch nach der Anwendung weiterhin
aktiv sein können. Die Bakterien können sich auf der Pflanzenoberfläche
etablieren und dort über längere Zeit die Entwicklung von Krankheitserregern
hemmen.
Milch wirkt dagegen hauptsächlich so lange, wie der schützende Film auf
der Blattoberfläche erhalten bleibt. Sobald dieser verschwindet, lässt die
Wirkung relativ schnell nach.
Kann man beide Mittel gemeinsam anwenden?
Es wird nicht empfohlen, Milch und Fitobact® im selben Spritzgerät zu
mischen.