Mykorrhizierung – Der erste Schritt zu einem gesunden Garten
Bei der Pflanzung von Obstgehölzen wie Apfel, Birne, Feige oder anderen Bäumen ist es wichtig, nicht nur auf Pflanzloch, Bewässerung oder Wurzelkragen zu achten. Vorrangig muss das Wurzelsystem unterstützt werden – es ist der erste Pflanzenteil, der mit dem neuen Boden in Kontakt tritt und unmittelbar in „Kommunikation“ mit der umgebenden Bodenmikrobiota – sowohl mit nützlichen Mikroorganismen als auch mit Pathogenen – steht.
Nach der Pflanzung wird die Wurzel sofort zum Zentrum mikrobieller Aktivität: Sie zieht sowohl förderliche als auch schädliche Mikroorganismen an.
Warum geschieht das?
Pflanzenwurzeln scheiden kontinuierlich sogenannte Exsudate aus – eine Mischung aus Zuckern, Aminosäuren und organischen Säuren. Diese Substanzen:
locken nützliche Mikroorganismen an, die in Symbiose mit der Pflanze treten möchten,
signalisieren gleichzeitig pathogenen Mikroorganismen, dass sich eine „lebende Nahrungsquelle“ in der Nähe befindet.
Die Wurzel wirkt somit als chemischer Signalgeber, der nicht selektiv entscheidet, wen er anzieht. In der Regel erreichen jedoch die schnelleren Organismen – häufig Krankheitserreger – zuerst die Rhizosphäre.
Da junge Pflanzen über keine ausgebildete Abwehr verfügen, sind sie in dieser Phase besonders anfällig für Infektionen und zeigen oft Wachstumsdepressionen im ersten Jahr nach der Pflanzung.
Die Aufgabe des Gärtners besteht daher darin, die Wurzelzone möglichst frühzeitig mit einer nützlichen Bodenmikrobiota zu besiedeln.
Wie erreicht man das?
Durch Mykorrhizierung – also die gezielte Besiedlung der Wurzeln mit speziellen, symbiontisch wirkenden Pilzen. Diese Mykorrhizapilze bilden mit der Pflanze eine mutualistische Verbindung:
Der Baum versorgt den Pilz mit Assimilaten (Kohlenhydraten), während der Pilz im Gegenzug die Wasser- und Nährstoffaufnahme verbessert und die Pflanze vor bodenbürtigen Pathogenen schützt.
Obwohl Mykorrhizapilze natürlicherweise im Boden vorkommen, werden sie durch tiefes Umgraben, übermäßigen Einsatz mineralischer Düngemittel oder chemischer Pflanzenschutzmittel häufig stark dezimiert.
Die Vorteile dieser Symbiose für den Anbau von Obst, Gemüse und Beeren sind wissenschaftlich gut belegt. Heute ist es nicht mehr notwendig, Mykorrhiza-Pilze aus dem Wald zu gewinnen – Produkte wie Mycofriend® enthalten gezielt ausgewählte Pilzstämme.
Zusammensetzung von Mycofriend®
Das Präparat enthält:
den mykorrhizabildenden Pilz Glomus VS,
den Pilz Trichoderma harzianum,
sowie weitere Pilzarten, die die Mykorrhizabildung und die Stabilisierung der Rhizosphäre unterstützen.
Wirkungsweise von Mycofriend®:
Kolonisation der Rhizosphäre: Mykorrhizapilze besiedeln die Wurzelumgebung und verdrängen dadurch Pathogene – sie verbrauchen dieselben Exsudate, die sonst Krankheitserreger nutzen würden.
Bessere Anwachsrate: Reduktion von Transplantationsstress, verbesserte Nährstoff- und Wasserversorgung.
Optimierung der Bodenstruktur: Pilzhyphen verkleben Bodenpartikel zu stabilen Aggregaten, die Luft- und Wasserhaushalt verbessern.
Erhöhte Trockenresistenz: Die Pilze wirken als „Verlängerung“ des Wurzelsystems und erschließen tieferliegende Wasserreserven.
Geringerer Düngemittelbedarf: Mykorrhizierte Pflanzen können Phosphor, Kalium und Spurenelemente effizienter aufnehmen.
Langzeitwirkung: Nach einmaliger Anwendung können die Pilze über Jahre in der Wurzelzone aktiv bleiben.
Wichtig: Chemische Pflanzenschutzmittel – insbesondere Fungizide – können Mykorrhizapilze schädigen oder zerstören. Daher ist bei der Anwendung Zurückhaltung geboten.
Anwendung: Mykorrhizierung bei der Pflanzung
Für die erfolgreiche Bildung einer Mykorrhiza-Symbiose müssen Pilzsporen und Wurzeln in direktem Kontakt stehen.
Daher empfiehlt es sich, die Wurzeln vor der Pflanzung mit dem Mycofriend®-Präparat einzupudern (bestäuben) und anschließend einzupflanzen.
Dosierung für Obst- und Beerengehölze:
4–6 g Mycofriend® pro Pflanze.
Die Aufwandmenge kann abhängig vom Alter des Baumes, der Wurzelgröße und der Topfgröße angepasst werden.
Dieser einfache Schritt fördert nicht nur ein sicheres Anwachsen, sondern gewährleistet auch langfristig ein vitales und ertragreiches Pflanzenwachstum.